Wann kannst du Remis reklamieren?
Eine Stellung umfasst ihre Rechte
9.2.3 verlangt denselben Spieler am Zug, gleiche Figurentypen und Farben auf gleichen Feldern und dieselben Zugmöglichkeiten beider Seiten.
Scrolle die Tabelle seitlich, um alle Spalten zu vergleichen.
| Unterschied | Gleiche Stellung? |
|---|---|
| Andere Seite am Zug | Nein |
| König/Turm zurück, aber Rochaderecht verloren | Nicht gegenüber der früheren Stellung mit Recht |
| Früher legales en passant, jetzt unmöglich | Nein |
| Andere Zugreihenfolge, gleiche Rechte und Zugseite | Möglich |
Ein En-passant-Feld in FEN beweist keinen legalen Schlag. Ein vorübergehend blockierter Rochadeweg bedeutet noch keinen Rechtsverlust.
Auftreten zählen
Der Start zählt als erstes Auftreten. Nf3 Nf6 Ng1 Ng8 erzeugt das zweite, eine weitere Runde das dritte. Weiß darf beantragen; das Beispiel setzt bis fünf fort.
Die Züge jedes Spielers zählen
Je 50 Züge entsprechen 100 einzelnen Zügen, je 75 entsprechen 150. Jeder Bauernzug und jeder Schlag setzt zurück auf null; Umwandlung ist ebenfalls ein Bauernzug.
Die folgenden FENs setzen 99 und 149 für Lehrzwecke voraus. Sie belegen keinen Turnierverlauf; dazu braucht es Aufzeichnungen und die Prüfung durch den Schiedsrichter.
Rb2 erreicht 100: Der nun am Zug befindliche Spieler kann beantragen. Bei belegter Vorgeschichte hätte Weiß auch vorher das Verfahren für einen beabsichtigten Zug nutzen können.
Rb2 erreicht 150, automatisch remis. Legales Matt im letzten Zug hätte nach 9.6.2 Vorrang.
b3 setzt 99 auf null zurück; ein Schlag täte dasselbe.
Eine Wiederholung, zwei Zeitpunkte zum Reklamieren
Die Anfangsstellung kehrt nach 2… Ng8 und dann nach 4… Ng8 zurück. Die Stellung vor dem ersten Zug zählte bereits als erstes Auftreten.
Nach 4… Ng8 ist Weiß am Zug und die Stellung steht zum dritten Mal auf dem Brett: Weiß kann reklamieren, bevor eine Figur zum Ziehen berührt wird. Vor 4… Ng8 kann Schwarz das Verfahren mit dem beabsichtigten Zug nutzen: Ng8 notieren, dem Schiedsrichter die Absicht mitteilen und dessen Entscheidung abwarten. Der angegebene Zug darf nicht mehr geändert werden.
Das sind die beiden Fälle aus 9.2.1–9.2.2. Bei der 50-Züge-Regel gilt dieselbe Unterscheidung: Die Grenze ist schon erreicht oder wird durch den angegebenen Zug erreicht. Erst zu ziehen gibt dir kein Reklamationsrecht während des gegnerischen Zuges.
Antrag in richtiger Reihenfolge
- Du musst am Zug sein. Berühren nach 4.3 nimmt nach 9.4 für diesen Zug das Antragsrecht aus 9.2/9.3.
- Besteht die Bedingung bereits, beantrage darauf gestützt. Sonst notiere und erkläre den beabsichtigten Zug, ohne ihn auszuführen.
- Du oder der Schiedsrichter halten die Uhr an. Antrag und angegebener Zug können nicht zurückgenommen oder geändert werden.
- Richtig: sofort remis. Falsch: zwei Minuten für den Gegner und Fortsetzung; der angegebene Zug ist gemäß Artikel 3 und 4 zu spielen. A.3/B.3 ändern den Zuschlag auf eine Minute.
11.11–11.12 verlangen die Mitarbeit beider bei Rekonstruktion und Prüfung. Nach 9.1.2.3 gilt der Antrag zugleich als Angebot, aber nicht als automatisches Ergebnis.
Häufige Fragen
Beantrage ich nach dem Zug zur dritten Wiederholung?
Der Antragsteller muss am Zug sein. Erzeugt dein geplanter Zug die Wiederholung, nutze 9.2.1 vorher; danach ist normalerweise der Gegner am Zug.
Setzt Schachgeben den 50-Züge-Zähler zurück?
Nein. Nur Bauernzug oder Schlag setzen ihn zurück.
Verwandte Regeln
Quellen und Geltungsbereich
FIDE Laws of Chess · 2023 · 9.1–9.6; 11.11–11.12.
Gültig seit dem 1. Januar 2023. Diese Erläuterungen betreffen das Spiel am Brett. Maßgeblich sind der offizielle Text und die darin zugelassenen Turnierbestimmungen. Die Lehrstellungen sind keine Turnierpartien.